Herbstexkursion vom 13. 9. 2015 in die Moore nach Stels im Prättigau

Mit einer weiten Rundsicht über die Prättigauer Berge wurden wir beim Treffpunkt Mottis von unserem Präsidenten Alex herzlich begrüsst. Schnell entwickelte sich eine vertraute Stimmung unter den Teilnehmenden, kannten wir uns doch alle vom Botanikkurs oder Zirkel her. Marcel Züger, unser kompetenter Leiter führte uns zügig hinauf zum Stelser Fuulried, einem Hochmoor von nationaler Bedeutung. Das Moor wurde in früheren Jahren  zum Teil entwässert. In den letzten Jahren konnte mit dem Auffüllen der Entwässerungsgräben mit Holzschnitzeln das Moor vor dem Austrocknen bewahrt werden. Umgeben von Moorbirken, Zwergstrauchheiden und feuchtem Torfmoos machten wir uns an das Bestimmen der einzelnen Arten. Beim Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) waren wir uns schnell sicher, da diese Art typisch für Torfmoore ist. Schwieriger wurde es bei einem, im Herbst rotbraunen, verblühten Gras. Im Binz wurde hin und her geblättert. Ist der Stängel rund, kantig oder gefurcht? Könnte es ein Schoenus sein? Selbst Justine, unsere Gräserspezialistin zweifelte. Nein es war eine Rasen-Haarbinse ( Trichophorum cespitosum). Natürlich erfreuten wir uns neben vielen anderen Pflanzen an der Besenheide ( Calluna vulgaris) genauso wie an der Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). Ein Höhepunkt unserer Exkursion war sicher der Fund des Rundblättrigen-Sonnentaus (Drosera rotundifolia). Andächtig verliessen wir das wunderbare Naturparadies, das während Jahrhunderten gewachsen war, und in dem sich zum Glück das Torfmoos wieder mit Regenwasser vollsaugen kann.

Während der Mittagsrast wurde die Frage diskutiert, ob man beim Verzehr von der (Rauschbeere Vaccinium uliginosum) wirklich einen Rausch bekomme. Dieser Fall konnte nicht eindeutig geklärt werden. Sicher ist, dass wir ohne Rausch weiter wanderten, vorbei an feuchten Wiesen, wo uns im herbstlichen Gewirr von Gräsern, Seggen und anderen Blütenständen der wunderschöne, blaue Schwalbenwurz-Enzian ( Gentiana asclepiadea) und das blauviolette Abbiskraut ( Succisa pratensis) entgegen leuchteten. Leider reichte die Zeit für den Besuch des Stelsersees nicht mehr. Bleibt zu hoffen, dass dies ev. auf einer späteren Tour möglich wird.

Danke Marcel für die spontane Bereitschaft zu dieser interessanten Führung. Danke Alex für die Organisation.

 

Bericht: Elsbeth Obrecht         Fotos: Marcel Ambühl